Leistungssport
Die hervorragende Infrastruktur im Neubau Lärchenplatz ermöglicht sowohl angewandte Forschung wie auch moderne Dienstleistungen mit hoher Praxisrelevanz und Anwendungsorientierung. Rekordhohe Testzahlen, interprofessionelle Betreuung und innovative Projekte erhöhen Qualität, Individualisierung und Prävention im Schweizer Leistungssport. Die gewonnenen Erkenntnisse fliessen auch in die Lehre und finden Anwendung im Breitensport.
Moderne Dienstleistungen: Athletinnen und Athleten im Zentrum
Das Ressort Leistungssport der EHSM richtet seine Dienstleistungen konsequent auf die Athletinnen und Athleten aus. Im Zentrum stehen eine ganzheitliche Betreuung sowie evidenzbasierte, praxisnahe Lösungen entlang der sportlichen Laufbahn.
Inhaltliche Highlights bildeten die Unterstützung der Frauen-Nationalmannschaft im Fussball im Hinblick auf die UEFA Women’s EURO in der Schweiz sowie die Intensivierung und Ausdehnung der Zusammenarbeit mit Swiss Ski in verschiedenen Disziplinen.
Trainieren, testen, fördern – in Magglingen geniesst der Frauen-Fussball Heimvorteil

Rekordhohe Anzahl an Leistungstests
2025 gab es ein rekordhohes Aufkommen an Leistungstests in den Kraft- und Spielsportarten. Auch die Fachgruppe Ausdauer führte in den neuen Labors eine konstant hohe Anzahl an Leistungstests durch.

Durch Optimierung der Abläufe und Fokussierung in der Sportmedizin konnte die qualitativ hochwertige Versorgung der Leistungssportlerinnen und -sportler weiter verbessert werden. Die sehr hohe Auslastung der Sportphysiotherapie ist vor allem auf die zunehmende Betreuung von Athletinnen und Athleten der Spitzensportgefässe der Armee und der Verbände im Rehabilitations- und Präventivbereich zurückzuführen.

Personell gab es einen Leitungswechsel: Stephan Meyer, der das vielfältige Angebot der Sportphysiotherapie in den letzten 30 Jahren aufgebaut und geleitet hatte, übergab an Simon Trachsel.
Interprofessionelle Zusammenarbeit: Individualisierte Betreuung
Ein zentraler Schwerpunkt bildete die strukturierte Einführung und Implementierung der interprofessionellen Zusammenarbeit (IPZ). Diese ermöglicht eine professionsübergreifende, athletinnen- und athletenzentrierte Betreuung, insbesondere in herausfordernden Situationen wie komplexen Rehabilitationsverläufen oder akuten Krisen. Dadurch konnten Entscheidungsprozesse verbessert und Betreuungslösungen nachhaltiger gestaltet werden.

Parallel dazu wurden neue Dienstleistungsangebote entwickelt und bestehende weiter ausgebaut. Dazu zählen torhüterspezifische Testverfahren, vertiefte Leistungsanalysen im Sprint oder der Einsatz KI-basierter Evaluationsmethoden in der Sportpsychologie. Zudem wurde mit Partnern ein Screening-Instrument zur systematischen Erfassung der mentalen Gesundheit entwickelt und erstmals erfolgreich eingesetzt. Diese Innovationen stärken die Individualisierung und Präzision der Betreuung.
Am Lärchenplatz fliegt ein Schwarm von Nati-Goalies
Die Zusammenarbeit mit den Partnerverbänden wurde weiterentwickelt und vertieft, sowohl auf strategischer als auch auf operativer Ebene. Neu werden die Nachwuchsspieler des Basketballverbandes betreut, welche im «Centre National du Basketball Suisse» in Magglingen trainieren und wohnen.
Basketball über dem Bielersee: Kommt der nächste NBA-Star aus Magglingen?
Anwendungsorientierte Forschung
Mit dem Ausbau der Infrastruktur – insbesondere der neuen Labore am Lärchenplatz – wurden die Möglichkeiten für präzise Messungen und angewandte Forschung weiter gestärkt und damit auch der Innovations- und Wissenstransfer in das Schweizer Sportsystem.
Inhaltliche Schwerpunkte sind die nachhaltige Leistungsentwicklung, Verletzungsprävention, Leistungsdiagnostik, Regeneration, mentale Gesundheit sowie die Weiterentwicklung sportartspezifischer Methoden.
Frau im Leistungssport: gegen die Forschungslücke
Ein strategischer Fokus liegt auf dem Thema «Frau im Leistungssport», auch vor dem Hintergrund einer deutlichen Forschungslücke: Nur ein kleiner Teil der bisherigen Studien zu bio-psycho-sozialen Entwicklungen im Spitzensport basiert auf weiblichen Probandinnen. Die Arbeitsgruppe Frau im Leistungssport bündelt – abgestimmt mit Swiss Olympic – ressortweit Aktivitäten, stärkt frauenspezifische Forschung und Entwicklung und unterstützt ein Umfeld, in dem Athletinnen Wertschätzung erfahren. Dies trägt wiederum zur Förderung von Höchstleistung und Gesundheit bei.
Anhand der Studie «How much is enough?» wurden Nachwuchs-Fussballspielerinnen über ein Jahr begleitet, um Zusammenhänge zwischen Trainingsbelastung, Lebensstress, Regeneration, Gesundheit und Leistungsentwicklung besser zu verstehen und Prävention sowie Betreuung gezielt zu verbessern.
Ein weiteres Beispiel ist die kürzlich abgeschlossene Testo-Studie. Sie untersuchte die hormonellen Reaktionen leistungsorientierter Athletinnen auf Krafttraining. Mithilfe eines umfassenden Hormonprofils wurde analysiert, wie Krafttraining kurzfristig die Konzentrationen von Stress- und Stoffwechselhormonen beeinflusst. Die Ergebnisse der durch Swiss Olympic finanzierten Studie tragen dazu bei, die akuten physiologischen Reaktionen und potenziellen Anpassungsmechanismen von Frauen im Kontext des Krafttrainings differenzierter zu verstehen.
Testo-Studie: Acute Adrenal Suppression Following Resistance Training in Elite Female Athletes: A Comprehensive Steroid Profile, MDPI
Wissenschaftlicher Nachwuchs: Förderung als wichtiges Ziel
Im Jahr 2025 wurden 12 Doktorierende betreut und zwei Doktorate erfolgreich abgeschlossen.
Dr. Nadja Ackeret
Dr. Nadja Ackeret untersuchte, wie Selbstmitgefühl und soziale Unterstützung zur psychischen Gesundheit von Trainerinnen und Trainern sowie von Nachwuchsathletinnen und -athleten im Leistungssport beitragen.
- Factors contributing to elite athletes’ mental health in the junior-to-senior transition: A mixed methods study, EHSM Projektdatenbank
- Positive mental health among sports coaches: A 6-month longitudinal study, EHSM Projektdatenbank
- Six-month stability of individual differences in sports coaches’ burnout, self-compassion and social support, EHSM Projektdatenbank
Dr. Mirjam Hintermann
Dr. Mirjam Hintermann untersuchte in ihrer Dissertation das Scanning-Verhalten im Nachwuchs-Frauenfussball als zentrale perzeptuell-kognitive Fähigkeit zur Erfassung von Spielsituationen, Antizipation von Mit- und Gegenspielerinnen und Entscheidungsfindung unter Zeitdruck.
- The influence of scanning behaviour on performance during 4v4 small-sided games in youth female football, Taylor & Francis
- Optimizing Scanning in Youth Female Football: The Role of Verbal Instructions, PubMed
- «Heads Up Girls!» a training intervention to improve scanning behavior in youth female football, Frontiers
Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in Lehre und Breitensport
Neben Forschung und Dienstleistung verfolgt das Ressort Leistungssport das Ziel, wissenschaftliche Erkenntnisse systematisch in Lehre, Ausbildung, Trainingspraxis und das Schweizer Sportsystem zu überführen und damit einen nachhaltigen Nutzen für Leistungs-, Nachwuchs- und Breitensport zu schaffen.
Power to win: Verbesserung der neuromuskulären Leistungsfähigkeit
Das sportartübergreifende Projekt Power to Win wurde in Zusammenarbeit mit mehreren Spielsportverbänden und Swiss Olympic umgesetzt. Ziel ist es, Trainerinnen und Trainer für die Bedeutung der neuromuskulären Leistungsfähigkeit im Nachwuchsleistungssport zu sensibilisieren und evidenzbasierte Ausbildungsinhalte bereitzustellen. Die entwickelten Modelle, Lernkurse und Übungssammlungen fliessen direkt in die Studiengänge der EHSM, in die Trainerbildung Schweiz, in J+S sowie in die Sportlehrpersonen-Ausbildung ein und werden darüber hinaus im Kinder- und Jugendsport sowie in der Gesundheitsförderung genutzt.
Power to Win, mobilesport.ch
Play more football: Beitrag zur Qualitätsentwicklung im Nachwuchs- und Breitensport
Ein zweiter Schwerpunkt lag auf dem Projekt Play more football, das eine kindgerechte und entwicklungsorientierte Gestaltung des Kinderfussballs fördert. Auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse zu Motivation, Lernen und Belastung wurden Spielformen entwickelt, die mehr Spielbeteiligung, Bewegung und Freude ermöglichen und damit Drop-outs reduzieren. Die Erkenntnisse fliessen in die Lehre auf Masterstufe, in die Trainer- und Verbandsausbildung sowie in J+S ein und werden im Schweizer Sportsystem breit umgesetzt.
Auch auf internationaler Ebene fand das Projekt Anerkennung: Der europäische Fussballverband UEFA zeichnete Play more football 2025 mit dem renommierten «Grassroots Award» aus.
Jahresbericht der EHSM 2025

Jahresbericht 2025
Die EHSM publiziert ihren Jahresbericht erstmals ausschliesslich in digitaler Form. Er benennt zentrale Themen, welche die EHSM 2025 prägten, und illustriert die wichtigsten Kennzahlen mit anschaulichen Grafiken.

Schwerpunktthemen 2025
2025 stand die strategische Weiterentwicklung der Institution im Zentrum. Es galt, die Rolle der EHSM im sich wandelnden Sport-, Hochschul- und Verwaltungsumfeld zu schärfen und Prioritäten zu setzen.

Aus- und Weiterbildung
Die EHSM entwickelte ihr Ausbildungsangebot gezielt weiter. Der neu gestaltete Bachelorstudiengang Sportwissenschaft und neue Weiterbildungen stärken wissenschaftliche Fundierung und Praxisbezug.

Lehre und Sportpädagogik
Die Hochschule fördert mit gezielten Entwicklungsformaten Diversität, Inklusion und Chancengleichheit. Praxisnahe Unterrichtsmaterialien zu Ethik im Sport stärken verantwortungsbewusstes Handeln.

Sportökonomie
Das Ressort Sportökonomie konzentrierte sich auf Weiterbildungstätigkeiten und Beratungsleistungen. Die Veröffentlichung des Lehrbuchs «Sportmanagement in Europe» prägte darüber hinaus das Jahr.

Trainerbildung
2025 standen die Vorbereitung auf die olympischen und paralympischen Spiele sowie die Weiterentwicklung von Rahmenbedingungen und Bildungsformaten im Fokus.
Eidgenössische Hochschule für Sport Magglingen EHSM
Hauptstrasse 247
2532 Magglingen



