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MitteilungVeröffentlicht am 23. Oktober 2025

Wissenschaft für den Fussball

Die Eidgenössische Hochschule für Sport Magglingen EHSM und der Schweizerische Fussballverband (SFV) haben ein gemeinsames Ziel: den Fussball in der Schweiz weiterentwickeln. Dafür arbeiten sie vor allem im Bereich des Nachwuchses und des Frauenfussballs eng zusammen.

Für Peter Knäbel, seit dem 1. August Präsident des SFV, ist Magglingen ein bekannter Ort. Schon als Technischer Direktor des SFV war er regelmässiger Gast. Neu für ihn war dagegen das Hochschulgebäude am Lärchenplatz, wo der Bereich der Sportwissenschaften und das Swiss Olympic Medical Center seit rund zwei Jahren eine neue Heimat gefunden haben.

Gemeinsam mit SFV-Generalsekretär Robert Breiter besuchte er Mitte Oktober den Lärchenplatz, um sich mit den Sportwissenschaftlerinnen und Sportwissenschaftlern sowie dem Team der Physiotherapie über aktuelle und zukünftige Projekte auszutauschen. Die Gespräche waren für beide Seiten spannend und inspirierend, genauso wie der Gesprächstermin am Nachmittag bei BASPO-Direktorin Sandra Felix.

«Der Austausch zwischen Theorie und Praxis war uns schon immer wichtig», erklärt Peter Knäbel sein Interesse. «Wenn beim SFV Themen auftauchen, die wir wissenschaftlich vertiefen wollen, gehen wir gerne auf die EHSM zu.»

Bildung, Forschung und Wissenschaft sei eine wertvolle Ressource der Schweiz, auf die der SFV gerne zurückgreife, so Knäbel: «Die Wege sind kurz, die Personen miteinander eingespielt und immer auf der Suche nach dem Goldstandard oder neuen Lernfeldern. Innovation und Agilität sind für den SFV im Wettbewerb mit den Besten entscheidend. Damit können wir uns einen kleinen, aber vielleicht entscheidenden Vorteil gegenüber den grösseren Playern im Weltfussball verschaffen.

Einen Vorteil lange für sich zu behalten, sei mittlerweile aber schwierig geworden. Gerade an Welt- und Europameisterschaften würden die Nationen untereinander genau beobachten, in welchen Bereichen die anderen Teams im Vorfeld investiert haben – und natürlich versuchen, an mögliche Erfolgsmodelle anzuknüpfen. «Man kann für kurze Zeit einen Vorsprung haben, aber irgendwann wissen alle alles», erklärt Knäbel mit einem Schmunzeln.

Nachwuchs und Frauenfussball

Die Zusammenarbeit zwischen dem SFV und der EHSM ist besonders im Nachwuchsbereich eng. Junge Fussballerinnen und Fussballer absolvieren ihre Leistungs- und sportmedizinischen Tests in Magglingen, das Frauenfussball-Nationalteam absolviert zusätzlich jeweils die Vorbereitung auf Turniere wie die diesjährige Europameisterschaft im Nationalen Sportzentrum. Und weil gute Spielerinnen und Spieler nicht nur starke Beine und Technik, sondern auch eine gute geistige Fitness brauchen, bietet die EHSM auch hier Hand.

So forschen und unterstützen die Sportpsychologinnen und Sportpsychologen der Hochschule etwa dazu, wie junge Sportlerinnen und Sportler mit Druck umgehen. Oder wie verletzte Spielerinnen und Spieler unterstützt werden können, damit sie nach einer Verletzung nicht auch noch psychisch in ein Loch fallen. Gerade im mentalen Bereich könnte der SFV in Zukunft wohl noch mehr investieren, sagt Knäbel im Rahmen des Austausches. So wäre es etwa spannend, zu wissen, ob neben dem biologischen Alter auch der Stand der Persönlichkeitsentwicklung der Kinder und Jugendlichen bei der Selektion berücksichtigt werden könnte.

Passend zu diesem Interesse hat die EHSM schon ein nächstes Forschungsprojekt parat: Das Projekt «Mind to win» soll analog dem abgeschlossenen Projekt «Power to win» untersuchen, welche mentalen Fähigkeiten jungen Sportlerinnen und Sportlern helfen – und wie diese gezielt trainiert werden könnten.

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