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1978: Das neue Ausbildungskonzept

 

«Der Spitzensport braucht den qualifizierten, professionell arbeitenden ‘mündigen’ Trainer, keine Köfferchen tragenden Laptoptypen. Trainerinnen und Trainer mit Augen, Ohren, Herz und Zeit für ihre Athleten», Friedhelm Kreiss (1927–2018).

Dieses Zitat und der Ausdruck «Zukunft braucht Herkunft» begleiteten Guido Schilling und Ernst Strähl bei der Auswertung des neuen Konzeptes der Trainerlehrgänge NKES I.

Vorangegangene Hearings und Diskussionen mit Trainerinnen und Trainern, Funktionären und Ausbildnern führten für den im Jahre 1978 beginnenden Trainerlehrgang I (NKES I) zu folgenden Neuerungen:

  • Verlängerung der Ausbildung auf drei Semester
  • Wesentliche Erhöhung der Ausbildungszeit in allen Fachgebieten, vor allem im Trainingslehrbereich

Die untenstehende Übersicht diente als Vorlage für die konkrete Gestaltung des neuen Kurses:

Trainerlehrgang NKES I 1978: Die Fächer
Aus der Jubiläumsschrift 10 Jahre Vereinigung Diplomtrainer NKES

Neu kamen hinzu:

  • Gestaffelter Abschluss der einzelnen Fächer mit Abschlussprüfungen in ausgewählten Fächern
  • Promotionsprüfungen (Bestehen der Semesterprüfungen als Voraussetzung für den Verbleib im Lehrgang

Die Ausbildung zum NKES-I-Trainer dauerte berufsbegleitend drei Semester mit je vier Seminaren und insgesamt 36 Ausbildungstagen (Teil 1 der Ausbildung).

Trainerlehrgang NKES I: Fächer und Prüfungsfächer
Trainerlehrgang NKES I: Fächer (gelb unterlegt = Prüfungsfächer)

Die Kurzberichte (dokumentiert in Kurznotizen und der Jubiläumsschrift «10 Jahre Vereinigung Diplomtrainer NKES») geben einen interessanten Einblick in die Kurse, stellvertretend erwähnt sei der Bericht «Highlights» von Rolf Weber zum Kurs NKES I 1979/80.

Gruppenbild Trainerlehrgang NKES I 1979/80
Trainerlehrgang NKES I 1979/80

Wer die obige Liste der Absolventinnen und Absolventen studiert, dem wird rasch klar, dass bei dieser «Besetzung» Höhepunkte vorprogrammiert waren! Bekannte Figuren aus der Eishockey-, Ski- und Tennis-Szene gaben den Ton an, obwohl die Leichtathleten und Orientierungsläufer zahlenmässig im Vorteil waren. Dass selbst lange Theorien nicht langweilig und kurze Nächte noch kürzer wurden, verstand sich von selbst.

Höhepunkte boten auch Ernst Strähl und Helene Füglistaler bezüglich Organisation und Einfallsreichtum. Unvergesslich blieben die Seminare in Unterägeri (Helene und das Skelett) oder in Zürich (Biomechanik, Rudern, «Kraft-Kiesern») sowie die Frühjahrstagung in Landersheim. Dort wurden die Neulinge mit dem Trainer-Establishment (Jack the Barkeeper) bekannt gemacht und mit kulinarischen Höhenflügen verwöhnt. Unvergesslich blieben auch die gemütlichen Abende im Waldhaus und die stimmungsvolle Diplomierung im Hotel Krone in Solothurn.

Nach der Neukonzeption wurde der Trainerlehrgang II (NKES II) 1981/82 erstmals durchgeführt. Wie der Kurs NKES I umfasste der neue Trainerlehrgang:

  • Seminarunterricht (sechs dreitätige Seminare, davon mussten vier vollständig besucht werden)
  • Sportfachausbildung
  • Diplomarbeit
  • Ergänzungskurse

Im Kontext des Neukonzeptes organisierten sich die Trainerinnen und Trainer der Schweiz neu in der Vereinigung der Diplomtrainer NKES. Die Gründungsversammlung fand am 7. November 1980 im Anschluss an die Herbsttagung an der ETS Magglingen statt. Als 1. Präsident wurde der Jurist und Trainer der Junioren-Handballnationalmannschaft, Martin Rutishauser (St. Gallen), gewählt.